Conny Koppers und das liebe Geld

Geld und Reichtum anziehen? Möchte Jesus das?

geld

Auf ihrer Seite finden sich manche Tipps, wie man zu Geld und Reichtum kommen kann. Conny Koppers fragt „Du hättest gerne mehr Reichtum in deinem Leben?“ und gibt Tipps, wie man Reichtum manifestieren kann.

 

In einem Blog-Beitrag verrät sie „das Geheimnis der glücklichen, erfolgreichen und wohlhabenden Menschen“.

Und sie beruft sich dabei auf Jesus. Sie zitiert diesen Vers:

„Alles, worum ihr betet und bittet — glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.“ (Markus 11, 24).

Sie stellt diese Aussage von Jesus als universelles Gesetz dar, welches für alle Menschen gilt und bei jedem wirken muss. Aber legt sie die Bibel da korrekt aus?

Eines ist bei der Auslegung der Bibel immer wichtig: An wen richtet sich eine Aussage? Es gibt in der Bibel verschiedene Ansprechpartner, es sind nicht bei allen Stellen immer alle Menschen angesprochen. Angesprochen werden mal Juden, mal Nicht-Juden, mal die Gemeinde, mal seine Jünger, mal Pharisäer und natürlich gibt es auch Stellen, bei denen sich jeder Mensch angesprochen fühlen kann.

Ist der genannte Vers ein solcher? Wenn man den Kontext betrachtet, ist ersichtlich, dass Jesus sich hier an seine Jünger richtet. Im selben Kapitel in Vers 21 wendet sich Petrus an Jesus: „Und Petrus erinnerte sich und spricht zu ihm … „

Jesus ist in dieser Situation mit seinen Jüngern unterwegs. Er antwortet Petrus und spricht dabei auch die anderen Jünger an, die mit ihm zogen (Vers 22): „Und Jesus antwortete und spricht zu ihnen …“ Hier sind also die Angesprochenen klar genannt. Wer in der Bibel stets glaubt, dass immer jeder Mensch automatisch angesprochen ist, legt die Bibel zwangsläufig falsch aus. Man kann sich nicht irgendwelche Verse herauspicken, die vielleicht zur eigenen Weltanschauung passen und sie dann zur Untermauerung der eigenen Thesen verwenden.

Der Kontext ist immer zu beachten und in dieser Stelle spricht Jesus eben nicht alle Menschen an, sondern seine Jünger. Die Stelle richtet sich also an alle, die auch heute Jesus nachfolgen, die ebenso seine Jünger sind, es sind gemeint diejenigen, die Jesus Christus als ihren Herrn angenommen haben.

Diesen gilt die Verheissung aus dem Ursprungsvers „Alles, worum ihr betet und bittet — glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.“

Keineswegs kann man also aus dieser Aussage ein universelles, für alle Menschen anwendbares Versprechen oder gar Gesetz machen. Ebeno wichtig ist gerade bei dieser Stelle, wie es gemeint ist. Denn auch die Jünger Jesu können diese Stelle natürlich nicht dazu verwenden, Gott um alles mögliche zu bitten und fest mit der Erhörung zu rechnen. Dann wäre Gott ein reiner Wunscherfüllungs-Automat.

Der angesehene Bibelausleger William MacDonald schreibt zu diesem Vers:

Dennoch geben uns diese Verse nicht die Vollmacht, um Wunderkräfte zur eigenen Selbstdarstellung oder Bestätigung zu bitten. Jeder Glaubensakt muss in den Verheißungen Gottes begründet sein. Wenn wir wissen, dass es Gottes Wille ist, eine bestimmte Schwierigkeit wegzunehmen, dann dürfen wir im Gebet darauf vertrauen, dass es geschieht.

Wir können voller Gewissheit alles erbitten, solange wir sicher sind, dass es dem Willen Gottes, wie er in der Bibel oder durch das innere Zeugnis des Geistes offenbart ist, entspricht.

Wenn wir wirklich im engen Kontakt mit dem Herrn leben und beten, dann können wir die Gewissheit der Gebetserhörung bereits erhalten, ehe die Antwort wirklich da ist.

Hier kommt also ein weiterer wichtiger Aspekt zum Tragen: Das Gebet, welches Gott erhört, soll in Einklang mit ihm sein. Aber nicht nur William MacDonald sagt dies, sondern es steht in der Bibel selbst:

„Das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns.“

1. Johannes 5,14

Der erst genannte Vers gibt uns also keineswegs das Recht dazu, alles Mögliche (wie Geld oder Reichtum) zu erbitten. Wenn wir im Einklang mit Gott sind, dann wird er unser Gebet erhören. Und nach Geld und Reichtum zu streben, ist nicht die Botschaft, die Jesus Christus uns vermittelt. Im Gegenteil, Jesus sagt, dass es leichter für ein Kamel ist, durch ein Nadelöhr zu gehen, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme (Markus 10,25).

Natürlich können wir Gott auch um materielle Dinge bitten, er weiß ohnehin, dass wir diese benötigen. Es kann Situationen im Leben geben, wo Geld einfach dringend nötig ist und Gott erhört auch solche Gebete. Aber es kommt darauf an, in Demut zu bleiben und das Materielle nicht zur Begierde werden zu lassen. Und schon keineswegs sollen wir Reichtum manifestieren. Die Botschaft, die Conny Koppers (aber natürlich auch andere) uns vermittelt ist also mit der Lehre Jesu unvereinbar.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Lydia

    Das Conny Koppers Geld damit verdient sagt doch schon alles. Jesus sagt: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebet auch weiter“. Geldmacherei ist nie, das was Gott wollte.

  2. Stephanie

    Liebe Lydia, du scheinst eine sehr intelligente Frau zu sein wenn du auf der Erde ein glückliches und finanziell freies Leben ohne Geld führen kannst. Wie ist es denn so für dich ohne Geld im Wohlstand zu leben? Denn laut deiner Aussage Verdienst du scheinbar kein Geld.

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