Grenzwege?

Es klingt christlich, es geht aber um einen anderen Jesus

jesus

Manchmal ist die Sache ganz klar: Ob etwas christlich oder esoterisch ist, zeigt sich auf den ersten Blick.

Aber manchmal fällt es schwerer, die Spreu vom Weizen zu trennen, nämlich dann, wenn ein Angebot christlich klingt, wenn es scheinbar um Jesus geht, es sich bei näherem Hinsehen aber um ein anderes Evangelium handelt, um eine Vermischung und um einen falschen Jesus.

Von einer Leserin erhielt ich eine Anfrage zur „Praxis für Grenzwege“ von Sabine Amrhein aus der Schweiz, mit der Bitte, mir das Angebot einmal näher anzusehen.

Das habe ich getan und habe in der Tat ein Angebot vorgefunden, welches dem ersten Anschein nach durchaus christlich klingt. Die Anbieterin bietet christlichen Befreiungsdienst, Seelsorge und Lebensberatung an. Was sofort auffällt: Die Dienstleistungen kosten etwas. Was Jesus uns also sagt: Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch.“ (Matthäus 10,8) wird hier überhaupt nicht beachtet.

Typisch esoterisch schreibt die Anbieterin auch auf ihrer Seite: 
Energieausgleich für meinen Zeitaufwand: 100,- CHF

energieausgleich

Das kenn ich noch von meiner eigenen Zeit in Lichtarbeit und Esoterik, dass Esoteriker oft von einem Energieausgleich sprachen. Hey, es kostet Geld, kann man das nicht so direkt schreiben? Was, wenn Apostel wie Petrus oder Paulus nach Zeit oder Aufwand abgerechnet hätten? Sie überbrachten das Evangelium, sie heilten Menschen, machten Befreiungsdienst ohne dafür Geld zu verlangen. Und dennoch ist das Reich Gottes gewachsen! Weil diese Menschen Gott vertrauten und sie von ihm versorgt wurden.

Ebenso typisch für die Esoterik ist, dass dort von einem Energiesystem ausgegangen wird. Es wird auf dieser Seite auch Schattenarbeit angeboten. Was ist dort mit Schattenarbeit gemeint? Zitat: „Es geht darum die destruktive Energie dahinter zu transformieren“. Energien, Transformation – wie oft habe ich solche oder ähnliche Vokabeln in meiner eigenen Esoterik-Zeit gehört. Dass es hier um pure Esoterik geht, machen auch die „Fachgebiete“ deutlich, in denen es wieder um diese Energien geht und um ein letztendlich esoterisch/spirituelles Glaubenssystem.

Ich räume klar ein, dass ich es verwerflich finde, bei solch einem Angebot auch Jesus Christus, den Sohn Gottes einzubinden (Zitat): „Durch das christliche Fundament meiner Arbeit beziehe ich Jesus immer in die Arbeit mit ein“.

Doch um welchen Jesus geht es hier? Dazu reicht ein Blick in die „Trostworte“, die auf der Seite angeboten und Jesus in den Mund gelegt werden:

„Siehe Ich, der Allsehende, Der Alles weiß und kennt weiß auch aus allem Bösen, das die Menschen aneinander verüben, immer das beste Interesse für Mich herauszufiltrieren. So ist am Ende manches Unglück, das dem Einen oder dem Andern begegnet, nur die eines geistigen großen Fortschritte auf Meinem göttlichen Wege, den ja doch schließlich alle Menschen gehen müssen. Ob hier oder dort; siehe, das ist eben der Triumph Meines Regimentes, dass Alles, was da geschieht, doch am Ende auf keinen andern Weg führt, als zu Mir.

Die Menschen mögen in dem Irrgarten des irdischen Lebens noch so viel herumlaufen wie sie wollen, es gibt doch eine Straße, die alle Knoten dieser Irrwege vereinigt, und das ist der Weg zu Mir, den selbst der Satan noch machen wird müssen, so arg er sich auch dagegensträuben wird.“ 

Jesus ist dort der „Allsehende“, dem es um einen „geistigen großen Fortschritt“ geht und um einen Weg, den am Ende jeder Mensch gehen wird, ja selbst Satan! Das widerspricht zutiefst der Bibel, die sagt, dass eben (leider) nicht jeder Mensch und schon gar nicht Satan, diesen einzigen Weg (Jesus) geht!

Und der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Offenbarung 20,10)

Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen. (Matthäus 7,13)

Keine Rede kann also davon sein, dass am Ende ein jeder mitsamt Satan den Weg mit Jesus gehen wird. Und so gäbe es eine Reihe weiterer Beispiele, die zeigen, dass es hier nicht um das wahre, das reine Evangelium geht, sondern um eine mystische Verdrehung, um einen anderen Jesus. 

Daher muss man bei solchen oder ähnlichen Angeboten aufpassen, der Wolf kommt oft im Schafspelz. Er kann enttarnt werden, wenn man gemachte Aussagen mit der Bibel vergleicht, wenn man prüft, um welches Gottes- und Weltbild es geht. Sobald es um angebliche Energien geht, um angebliche Blockaden, die es zu lösen gilt, dann hat man einen ersten Hinweis darauf, dass es sich um ein esoterisches Angebot handelt. Wenn es Geld kostet: Vorsicht! Nie hat der wahre Jesus uns geboten, Geld für unseren Dienst zu nehmen.

Wie wird Jesus gesehen? Das ist am Ende das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Geht es um einen mystischen Jesus, der neue Offenbarungen von sich gibt, die nicht mit der Bibel vereinbar sind? Dann ist klar, dass von solch einem Angebot abgeraten werden sollte.

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